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Walter Herzog
Illusion & Wirklichkeit Zeichnungen und Radierungen
Radioportrait vom NDR Kultur, 22. Juni 2007
Ausstellung im Café Garbáty vom 13. Juni bis 15. August, täglich ab 17 Uhr
„Ich radiere, was ich sehe oder vielmehr was ich denke, was ich sehen sollte durch Geist, Auge und Hand gefiltert, gespiegelt und geformt, in niemandes Auftrag als dem Innewohnenden. Staunen und Sehnsucht muß immer im Spiel sein. Im Winter radiere ich den Sommer, im Gebirge das Meer ... Das Bemühen gilt immer dem ,Inbild‘ statt dem ‚Abbild‘“. - Walter Herzog
"Das Romantische bleibt ewig neu, das Moderne wechselt mit der Mode." Friedrich Schlegels Worte werden gern von dem Zeichner und Graphiker Walter Herzog im Zusammenhang mit seinem künstlerischen Werk zitiert. Dem gebürtigen Dresdner ist es nicht unlieb, wenn Betrachter und Kritiker darin Bezüge zu dem großen deutschen Maler der Romantik, Caspar David Friedrich, entdecken.
Walter Herzog, der in diesem Jahr seinen 71. Geburtstag begeht, zählt seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten zeitgenössischen Graphikern. Seit der promovierte Architekt 1980 seinen Beruf aufgab und sich für die freie Kunst entschieden hatte, schuf er weit über 1000 faszinierende Graphiken und Zeichnungen, von denen viele im Besitz bedeutender Museen und Sammlungen sind.
Seit drei Jahrzehnten durchstreift Herzog, der in der historischen Mitte Berlins zu Hause ist, mit dem Skizzenbuch die märkische Landschaft, das Elbsandsteingebirge, den Harz oder die noch einsamen Küstenregionen auf Rügen. Zum Motivkreis des Künstlers gehört die unbelebte Architektur im Zustand des Verfalls. Bevorzugt werden Ruinen, Mauerreste, Durchblicke durch leere Fenster, Gänge und Pforten, sie wirken wie Metapher für das Vergängliche des Seins. Neben Ansichten konkreter Baudenkmäler, etwa dem Potsdamer Belvedere auf dem Pfingstberg oder dem Belvedere auf dem Klausberg entstehen jene subjektiv übersteigerte Architekturphantasien, wie Burgruinen mit dem Charme des Verfalls, leise sterbende Windmühlen, einfallende Brücken, sich empor windende Treppen, die ins scheinbar Nichts führen. Bäume, bizarr und meist blattlos, knorrige Wurzeln, ein abgestorbener Baumstumpf kommen ins Blickfeld, einsame Waldstücke, stille Weiher, am Meeresstrand aufgetürmtes Gestein und, Alles verharrt in Stille und Unbeweglichkeit, starke Schatten und gleißendes Licht lassen eine ans Überwirkliche grenzende Atmosphäre entstehen.
Die Bilderwelt Herzogs berührt auch durch Melancholie, doch diese Melancholie ist voller Menschlichkeit und Schönheit. Beides kommt hier zusammen und erinnert an die ewige Sehnsucht nach Harmonie und einem verlorenen Paradies. Diese vor den graphischen Blättern immer wieder gemachte Erfahrung mag auch ein Grund dafür sein, dass dieses Werk inzwischen einen so großen Kreis von Bewunderern gefunden hat. Die Ausstellung im Café Garbáty wird ca. 25 Zeichnungen und Radierungen umfassen, die erworben werden können.
Marie Luise Rohde 1936 in Dresden geboren 1950-52 Maurerlehre 1953-56 Fachschule für Bauwesen Görlitz 1956-57 Architekt in Dresden, Zeichenkurse bei Etha Richter 1957-60 Architekturstudium an der TH/TU Dresden, Malerei und Grafik bei Prof. Nerlich 1951-62 Architekt in Dresden, Beschäftigung mit gegenstandsloser Malerei und Grafik 1963 Übersiedlung nach Berlin, Architekt bei Berlin-Projekt, Deutsche Bauakademie 1965 Heirat mit der Architektin Christine Förster 1966 Geburt der Tochter Antonia 1967 Promotion; Bauten in Berlin (Zentrum und Karlshorst) 1971 erste Radierungen 1974 Mitglied des VBK-DDR seit 1974 über 200 Einzelausstellungen 1978 Studienreise Italien seit 1980 freischaffend als Grafiker in Berlin 1984 Werkverzeichnis der Radierungen 1971-1983 1998 Werkverzeichnis der Radierungen 1983-1997 2002 Werkverzeichnis der Radierungen 1998-2002
Beteiligung an Ausstellungen u.a. in Belgien, Frankreich, Großbritanien, Japan, Norwegen, Polen, Spanien, Russland, Tschechien und USA Arbeiten im Besitz zahlreicher Museen und Sammlungen u.a. in Altenburg, Berlin, Cottbus, Dresden, Frankfurt/Oder, Gera, Göttingen, Halle, Leipzig, Lübeck, Marbach, Oberhausen, Oslo, Rostock, Schwerin, Stuttgart und Zürich |
Fotogalerie Fotos von der Ausstellungseröffnung vom 13.06.2007 |
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