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Tom Gillam

Konzert am 23.03.2008, 20.00 Uhr

 

Noch mag Tom Gillam zu jenen Heerscharen von Musikern gehören, die in unseren Breitengraden nur eingefleischten Insidern was sagen, zumindest in den USA - und da besonders in seiner Heimatecke New Jersey/Philadelphia - ist er bereits ein Local Hero auf dem Sprung zu einer nationalen Karriere. Sein viertes und bis dato bestes, reifstes Album Never Look Back erscheint nun in Europa bei Blue Rose, ein sicherer Garant dafür, dass er sich auch hier in Kürze einen guten Namen machen wird. Das Produkt dahinter bietet schon mal alle Voraussetzungen!

 

Gänzlich unbeschrieben ist Tom Gillam allerdings nicht: Kein Geringerer als der hoch geschätzte Blue Rose-Künstler Joseph Parsons verpflichtete ihn als (Slide-) Gitarristen für seine elektrische Begleitcombo, mit der er in den Jahren 2005 und 2006 gleich mehrfach auf Europa-Tournee ging, den mittlerweile legendären Rockpalast-Gig bestritt und die formidablen Alben The Vagabond Tales und The Fleury Sessions einspielte. Dabei machte Gillam durch seine vitale Bühnenpräsenz, sein großes Talent als Gitarrist und nicht zuletzt durch seine sympathische Art gehörig auf sich aufmerksam. Zu diesem Zeitpunkt hatte der vermeintliche Sideman in den Staaten bereits drei eigene Alben veröffentlicht: das 1998er Debüt First Of All, Dallas von 2001 und das in einschlägigen Gazetten von "No Depression" bis "Freight Train Boogie" goutierte Durchbruchswerk Shake My Hand (2004). Bewegten sich die beiden ersten Platten noch deutlich im erweiterterten Country/Roots Rock/Americana-Bereich, so erweiterte Gillam mit Album #3 sein Spektrum, steuerte auf einen straighteren Rockkurs - mit reichlich Americana-Wissen als Fundament, versteht sich! Und mit Tractor Pull, seiner langjährigen Band, die stets gut geölt agiert und völlig zu Recht im Booklet von Never Look Back herausgestellt wird. Tractor Pull, das sind Leadgitarrist Craig Simon, Bassist Tim McMaster, Drummer Dave Latimer und der vielseitige Joe Carroll als Akustikgitarrist, mit Baritone und Mando Guitars, Mandoline und als Produzent & Recording Engineer.





Never Look Back wirkt geradezu maßgeschneidert für Blue Rose, bietet exakt jene Musik, für die das Label seit Jahren qualitativ bürgt. Das ist handgemachter, bodenständiger Stoff der Güteklasse A, bei dem die Songs den Kern bilden, um den sich eine attraktive Stimme, dieser bewusste, genau "richtige" Gitarrensound und eine kernige Produktion mit absoluter Road Radio-Tauglichkeit ranken. 'Another Break-Up Song' zum Start, danach das von Craig Simon geschriebene Titelstück und die beiden (vielleicht?) autobiografisch zu verstehenden 'Rescue Me' & 'Devil In My Heart' sind allesamt ausgesprochen rockige Fetzer mit klasse Riffs, eindeutigen Hooks und Ohrwurmrefrains. Dazu muss man wissen, dass es Tom Gillam während der Studioarbeiten im März 2006 mit gleich drei Herzattacken in kurzer Folge erwischte, von denen die letzte so schwer war, dass sie nur 2% der Patienten überleben. Wahrlich eine Phase, in der er massiv zum Umdenken gezwungen wurde: Ein neues Bewusstsein hielt Einzug, in sein Leben, weniger in die Musik - denn getreu seiner optimistischen Natur möchte er die Fans gut unterhalten und nicht mit Texten über seine "Wiedergeburt" langweilen - Never Look Back halt auch als Motto.

 

In 'Where Is Bobby Gentry?' stellt Gillam nicht nur eine berechtigte Frage, sondern beschwört auch noch diese einzigartig sumpfige Südstaatenatmosphäre ihres einziges Hits, den jeder kennt, herauf: komplett mit Slide, Bottleneck, Blues Harp und astreinen Gänsehaut-Vocals! Nach einem weiteren Highway-Hammer ('Rainbow Girl') besteigt Tom Gillam den 'Medicine Train' mit lauten Akustikgitarren, pluckerndem Banjo, rumpelnden Bass & Drums und dem vielleicht prägnantesten 25 Sekunden-Guitar Solo des Jahres. Dann wird's richtig schön gitarrenpoppig - 'I Ain't Waiting' klingt enorm nach Tom Petty oder Jules Shear und bietet den Eagles-meet-Bangles Gedächtnischor in Gestalt von Joseph Parsons und Ben Arnold. Nach der zweiten Craig Simon-Komposition ('To Hell With All') beschließt Gillam sein Album mit der kapitalen Killerhymne 'That's How It Goes' und 'Carolina', einer stimmungsvollen semiakustischen Ballade mit Südstaatenflair und der ein oder anderen Reminiszenz an Marshall Skynyrd.

 

Mit Never Look Back gelingt Tom Gillam ein Epochen umspannender stilistischer Rundumschlag vom 70er Jahre (Country) Rock à la Poco, Eagles und ganz viel Joe Walsh/Solo über die Musik solcher Americana Stars wie Steve Earle und John Hiatt bis zum gesunden, kraftvollen Mainstream Rock eines John Mellencamp oder Bob Seger.


Mehr Infos:

www.tomgillam.com

www.myspace.com/tomgillamstractorpull

www.lonestarmusic.com/artists.asp

 

Quelle: Blue Rose Records – www.bluerose-records.com


 
 

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