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Garbáty
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Informationen über den Namen Garbáty


Berlin war um 1900 Zentrum der deutschen Zigarettenindustrie. 1881 gründete Josef Garbáty-Rosenthal, ein Deutscher jüdischen Glaubens, sein Zigarettenunternehmen. 1906 verlegte er seine Firma nach Pankow; hier ließ er verschiedene Fabrikanlagen an der Hadlich- und Berliner Straße bauen. Die Beschäftigten der Firma wurden sehr gut sozial betreut. Es gab u.a. eine Betriebskantine, Pausenräume, Bäder, eine Betriebswäscherei, eine Betriebsbibliothek, eine Betriebszeitung, Arbeitslosenfürsorge, einen Werkchor und einen Betriebssportclub.

 

In der Hadlichstraße entstand 1906 das erste Fabrikgebäude, das zweite Gebäude wurde 1912 in der Berliner Straße errichtet. Nach dem Bau eines dritten Fabrikgebäudes 1931 hatte der Betrieb fast 1600 Beschäftigte.


Mit der "Machtergreifung" der Nazis begann eine schwere Zeit für die Familie Garbáty. 1935 wurde die GmbH in eine Kommandit-Gesellschaft umgewandelt, aber noch mit unveränderter Geschäftsführung. Die Fabrik hieß jetzt "Zigarettenfabrik Garbáty K.G.". 1938 wurde im Zuge der "Arisierung", d.h. der "Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben", der gesamte Garbáty-Besitz an die Jakob Koerfer Gruppe aus Köln zwangsverkauft. 1939 emigrierte die Familie Garbáty nach Amerika. Der Firmengründer Josef Garbáty blieb in Pankow und verstarb 1939 im Alter von 88 Jahren.

 

Den 2. Weltkrieg hatte die Fabrik relativ unversehrt überstanden; sie wurde aber am 1. Mai 1945 geplündert und brannte aus. Auch nach dem Krieg bestand ein großes Bedürfnis zu rauchen; Zigaretten galten nachdem 2. Weltkrieg zeitweilig sogar als Zahlungsmittel. Deshalb lag es im Interesse der Besatzungsmächte, die Zigarettenproduktion sehr schnell wieder aufzunehmen; so auch in den ausgebrannten Fabrikgebäuden von Garbáty in Berlin-Pankow.

 

Nach dem Krieg war die Garbáty-Zigarettenfabrik noch eine Kommanditgesellschaft. Nach Gründung der DDR wurde 1949 die Firma in Volkseigentum überführt und hieß nun "VEB Garbáty". 1960 erfolgte der Zusammenschluss der volkseigenen Betriebe "Garbáty" und "Josetti" zur "Berliner Zigarettenfabrik" (Bezifa). Damit verschwand der Name "Garbáty". Bis zur "Wende" gab es dann den "VEB Vereinigte Zigarettenfabriken, Werk Berlin" mit knapp 500 Beschäftigten.

 

Am 2. Oktober 1990, 1 Tag vor der deutschen Vereinigung, erwarb die "Reynolds Tobacco GmbH Köln" den in der DDR so erfolgreichen Zigarettenmarkennamen "Club", ohne die Fabrik zu übernehmen. Damit ruhte seit 1990 die Produktion in Pankow. Auch ein Versuch der "Lübecker Zigarettenfabrik GmbH" 1993 die Produktion fortzuführen, scheiterte. 1995 ging die Firma in Konkurs, und das Werk wurde geschlossen. Damit endete die Zigarettenproduktion in Pankow und leere denkmalgeschützte Gebäude blieben übrig.

 

Der Firmengründer Josef Garbáty ist eine wichtige Persönlichkeit in der Geschichte Pankows. Der sozial engagierte Förderer Pankows wurde im Jahr 2000 durch den Bezirk geehrt. Der Platz vor dem U- und S-Bahnhof Pankow erhielt den Namen "Garbátyplatz". Es wurde die Idee der Berliner Künstlerin Susanne Ahner umgesetzt; das Denkzeichen ist der Zigarettenfabrikreklame der 30er Jahre auf dem Dach des nahe gelegenen Fabrikgebäudes nachempfunden. Am 29. Juni 2002 wurde zu Ehren von Josef Garbáty auf dem Garbátyplatz ein Denkzeichen eingeweiht. Seit 23. August 2003 weist eine Bodenplatte in Textform auf Josef Garbáty hin.




Quelle und Copyright: Willy Manns,  www.ansichtskarten-pankow.de


 
 

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